Januar 2012


Stadtratsbeschluss vor einem Jahr – Urnen-Begräbnisstätte in St. Augustin stockt

Weiden. (ca) Zumindest sie ist noch da. Dorothea Lentner, einst die „gute Seele“ des Augustiner-Seminars, jetzt Sekretärin der Zentralen Technik des Klinikums. Sie hat viele neue Kollegen bekommen. Ein Teil der Klinikumsverwaltung ist in das ehemalige Knabeninternat umgezogen. Das „Semi“ füllt sich mit Leben. Die benachbarte Kirche St. Augustin nicht. Dorothea Lentner sperrt die Kirchentür auf, klappt die Lichtschalter um. So wie früher der Mesner.

Kalt und kahl ist es in St. Augustin, trotz der Festbeleuchtung, die Dorothea Lentner den Besuchern verschafft hat. Seit anderthalb Jahren steht die Kirche leer. Der Kreuzweg ist abgehängt. Jesus auf seinem Leidensweg hat Schatten an den Wänden hinterlassen. Keine Kerzen, keine Blumen mehr, keine Heiligenstatuen. So sieht es aus, wenn eine Kirche profaniert ist. Traurig.

„Sehr kostspielig“

Was wird aus St. Augustin? Die Kliniken Nordoberpfalz AG ist Besitzer und hat zumindest für das Seitenschiff – die Rita-Kapelle – eine ansprechende Lösung gefunden. Das Seitenschiff wird abgetrennt und zur Aussegnungshalle umfunktioniert. Bisher fand sich diese im Keller des Klinikums. Das Hauptschiff hat die Kliniken AG der Stadt Weiden angeboten. Auf Antrag der SPD sollte dort ein Kolumbarium errichtet werden, eine Urnenbegräbnisstätte. Im Februar 2011 hat sich der Stadtrat einstimmig dafür ausgesprochen.

Und jetzt, fast ein Jahr später? Die Kosten scheinen ein Problem zu sein. Baudezernent Hansjörg Bohm bestätigt „den Verdacht, dass diese Sache sehr kostspielig würde und dann dafür Urnen-Tarife verlangt werden müssten, die bisher auf unseren Friedhöfen nicht geläufig sind“.

Das bedeute nicht automatisch das Aus für ein Kolumbarium in St. Augustin. „Wir prüfen derzeit mit spitzem Stift.“ Selbst bei einer niedrigen Pachtzahlung an das Klinikum müssten die Kirche umgebaut und Urnenwände eingebaut werden. „Außerdem müssten wir das Gebäude unterhalten, und diesen Unterhalt müssten wir reinverdienen.“ In Weiden sieht er nicht unbedingt ausreichend Klientel, die für Luxus-Urnenplätze tief in die Tasche greifen.

Außerdem besteht eigentlich kein Bedarf. Laut einer Stellungnahme des Bauverwaltungsamtes vom Dezember 2010 gibt es auf den städtischen Friedhöfen „sowohl genügend spezielle Erdgräber für Urnen (650) als auch Urnennischen in Urnenmauern (912 für je zwei Urnen)“. Darüber hinaus würde ein Kolumbarium „zu einer Erhöhung der Gebühren für die Benutzung der städtischen Bestattungseinrichtungen führen, weil Bau- und Sachkosten in die Gebührenbedarfsberechnung einfließen“. Übersetzt: Ein Kolumbarium in St. Augustin erhöht die Friedhofsgebühren für alle Weidener. Die Wirklichkeit holt den Wunsch nach einer würdigen Zukunft für St. Augustin ein.

Poltern auf der Empore. Thomas Otto legt den Mantel ab. 40 Jahre war er Organist in St. Augustin. Ob die Kälte der Orgel schadet? „Es schadet der Orgel mehr, wenn sie lange nicht gespielt wird.“ Da kann Otto abhelfen. „Vorsicht, es wird laut“, warnt er noch. Dann greift er in die Tasten, tritt in die Pedale. Bach-Präludien tosen durch die Kirche. Wunderbar.

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Dem Tennisplatz geht’s an den Kragen. Erst vor ein paar Jahren für mehrere 10.000 EUR auf den besten Stand gebracht, wurde der Bereich nun verkauft. Es soll darauf die neue Pathologie gebaut werden. Hier der Artikel aus ‚Der Neue Tag‘ – Ausgabe 14. Januar 2012:

… wer’s noch nicht wissen sollte: unser letzter Prior im Semi – P. Alfons Tony – ist seit letztem Jahr der neue Provinzial des Augustinerordens. Mehr Infos zu den Augustiner immer unter www.augustiner.de .

… gab es auch diesmal. Allerdings nur für die, von denen Email-Adressen vorhanden waren. Denn für schriftliche Briefpost ist der Aufwand einfach zu groß und es kommt zu teuer. Einige Email-Adressen waren dennoch schon wieder falsch, so dass diese nicht bedient werden konnten. Deshalb die Bitte: Email-Adress-Änderungen an mich weitergeben. Wer zu Weihnachten keine Post bekommen hat, von dem fehlt die Mail-Adresse oder funktioniert nicht mehr. Bitte Nachricht an mich!!

Am 8. Oktober fanden sich rund 7o Ehemalige SchülerInnen und Personal in der Seminarkirche ein. Nach einer kleinen Andacht, lud Karlheinz Binner in das Semi-Gebäude ein zum Rundgang und Besichtigung der umgebauten Räume.

Die Stimmung war freilich etwas gedrückt – in der Kirche sind noch die Spuren der früheren Skulpturen und Bilder als Schatten erkennbar und das Seminar ist ab dem 1. Stock noch im Zustand des Auszugs vom August 2011. „Als wenn ich gestern erst gegangen wäre“, ging es mir durch den Kopf beim Anblick des ehemaligen Direktorats. Selbst das Telefon stand noch am Fensterbrett, wo ich es platziert hatte.

Trotzdem – oder gerade deshalb – war die Wiedersehensfreude groß. Die einzelnen Jahrgänge und das Personal versammelten sich an verschiedenen Orten in Weiden. So war es ein zwar kleines, aber doch feines Ehemaligentreffen. Von vielen Seiten kam der Wunsch, diese Art des Treffens doch jedes Jahr anzubieten. Es ist wenig Aufwand zur Vorbereitung und der Kontakt bliebe so erhalten. Außerdem ließe sich so ‚vor Ort‘ die Entwicklung unseres ‚Semis‘ hautnah mitverfolgen. Und der Versuch in diesem Jahr hat ja funktioniert….

Nun – dem steht eigentlich nichts entgegen. Lassen wir es also im Herbst wieder angehen mit den Einladungen….

P.S.: Wer noch Fotos vom Ehemaligentreffen hat, könnte mir diese zukommen lassen. Dann stelle ich sie hier auf die Homepage!